Hier wird gebacken wie zu Hause – nur viel mehr

Das „Hofcafé-Ursula“ ist eines von zwei empfohlenen Hofcafés der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz im Saarland. Jeden Samstag tischt Ursula Gutfreund-Groß ihren Gästen in Eppelborn-Macherbach ein zünftiges Bauernfrühstück auf. Sonntags gibt’s leckere, selbst gebackene Kuchen.

Innerhalb des Jahres 2006 hat Ursula Gutfreund-Groß 178 Kuchen gebacken. Ob zu Geburtstagen, der Goldenen Hochzeit ihrer Eltern, dem Feuerwehr- oder dem Kapellenfest, jedes Mal lief der Backofen heiß und die Abnehmer waren begeistert. „Da habe ich schon länger mit dem Gedanken gespielt, ein Café zu eröffnen“, erzählt die 61-Jährige. Noch konkreter wurde die Idee dann am zweiten Weihnachtsfeiertag vor zwölf Jahren. Denn an diesem Tag lockt das Event „Lebendige Krippe“ stets viele Besucher in den Ort. „Die Bekannten und Freunde kommen danach immer zu mir zu Kaffee und Kuchen. Hier fasste ich mir dann das Herz, meine Idee umzusetzen.“ „Wer soll denn da kommen?“, fragten die Zweifler. Auf die hörte Gutfreund-Groß jedoch nicht und eröffnete im Oktober 2007 ihr „Hof-Café Ursula“. Mit Erfolg!

Produktion auch mal in Nachtschicht
Sowohl die zahlreichen Stammgäste als auch die Wanderer und Radfahrer, die einen Zwischenstopp einlegen, lieben Rhabarbertorte, Schokosahne, Schwarzwälder Kirschtorte und Co. „Ich backe alles selbst und ganz ohne Zusatzstoffe“, sagt Ursula Gutfreund-Groß. „So, wie man es auch zu Hause machen würde.“ Nur eben in größeren Mengen. Aus durchschnittlich 15 Kuchen und Torten können die Gäste ganzjährig sonntags zwischen 14 und 18 Uhr wählen. Um das zu stemmen, muss schon mal die eine oder andere Nachtschicht eingelegt werden. Ehemann Franz und Sohn Daniel, die den landwirtschaftlichen Betrieb führen, helfen zwar im Café mit, aber „Beim Backen bin ich eine Einmann- oder besser gesagt eine Einfraushow!“ Dabei schaut die Bäckerin, welche Produkte Saison haben und legt danach ihr Angebot fest.

Das Tor zur Welt

Samstags zwischen 9 und 12.30 Uhr tischt Gutfreund-Groß ihr zünftiges Bauernfrühstück auf. Mit auf dem Buffet: Rinderfrikadellen mit Fleisch von eigenen Bullen, Rührei von eigenen Hühnern und Milch von eigenen Kühen. „Was wir nicht selbst herstellen, kaufe ich aus der Region. Das ist mir wichtig.“ Die Backenwaren wie Brot und Brötchen sind sozusagen auch Familiensache. Denn der Lieferant ist Ursula Gutfreund-Groß‘ Cousin, der eine kleine Landbäckerei betreibt. Für das Frühstück ist eine telefonische Anmeldung nötig, damit die Familie besser planen kann. Die 26 Plätze im Café sind oft ausgebucht. Jetzt im Sommer kommen 40 Plätze im Garten dazu.
Aber noch mal zurück zu den süßen Leckereien: Woher bekommt Ursula Gutfreund-Groß eigentlich ihre Rezepte? „Vieles sind Familienrezepte, die ich schon seit Jahren immer gleich zubereite.“ Aber manchmal wird die Rezeptur ein bisschen abgewandelt. Wie genau, bleibt ihr Geheimnis. „Die Geheimnisse schmecken doch am allerbesten“, ist die Saarländerin überzeugt. „Aber ich kann Ihnen versichern, ich verkaufe nur das, was auch mir gut schmeckt.“
Ursula Gutfreund-Groß ist vom saarländischen Wahlspruch „Hauptsach gudd gess‘“ überzeugt und stolz, so viele Menschen in das 195-Seelen-Dorf zu locken. „Ich hatte schon Gäste aus Frankreich, Italien, Brasilien und den USA. Ich sehe mich hier ein bisschen als das Tor zur Welt“, sagt sie und strahlt. Sie ist froh, ihre Idee realisiert zu haben und ihren Gästen mit ihren Köstlichkeiten eine Freude zu machen.
Wer mehr über das Hof-Café Ursula erfahren oder sich zum zünftigen Bauernfrühstück anmelden möchte, findet weitere Informationen auf der Internetseite www.hofcafe-ursula.de.  

Hintergrundinformation:
Um von der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz als „Empfohlenes Hofcafé“ ausgezeichnet zu werden, müssen bestimmte Standards wie die Anbindung an einen aktiven landwirtschaftlichen Betrieb erfüllt sein. Zudem hat ein Mitglied des Hofes oder der Familie regelmäßig in der Hofgastronomie präsent zu sein. Die Kuchen und Torten müssen regelmäßig selbst gebacken werden, und mindestens ein herzhaftes Gericht soll auf der Speisekarte stehen. Selbstverständlich sind auch Hygienevorschriften einzuhalten. Die Landwirtschaftskammer prüft den jeweiligen Betrieb vor der Vergabe des Labels und dann alle drei Jahre aufs Neue. Eine Übersicht der „Empfohlenen Hofcafés“ finden Sie hier >>>

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