Erst ein Stück Torte, dann ein Rumpsteak

Hofcafé des Monats: Bauerncafé „Zum Fruchtspeicher“ in Sippersfeld

Normalerweise fallen einem Begriffe wie „Wandern“, „die Pfalz“ oder „Wald“ ein, wenn man an den Donnersberg denkt. Wer einmal im Bauerncafé „Zum Fruchtspeicher“ in Sippersfeld gewesen ist, dem kommen andere Dinge in den Sinn. Da heißen die Assoziationen dann eher „Schokolade“, „Sahnecreme“ und „Früchte“. Denn der „Donnersberg“ ist hier eine Kuppeltorte und eine der Spezialitäten von Elke und Walter Heeger.

„Das ist einer der Kuchen, den wir immer im Programm haben. Viele Gäste kommen nur deswegen zu uns“, sagt Walter Heeger. Der gelernte Bäckermeister, der das Café im Jahr 2000 mit seiner Frau Elke eröffnet hat, ist dafür zuständig, dass die Besucher geschmackliche und optische Leckerbissen auf den Teller bekommen. Von der tollen Optik erhalten die Gäste schon beim Bestellen einen Eindruck. Die Vorgehensweise ist eine besondere. Tochter Karen oder eine der Aushilfen kommt mit einer Musterplatte an den Tisch. Darauf: jeweils ein Stück der sich an diesem Tag im Angebot befindenden Kuchen und Torten. „So können wir den Kunden direkt nähere Informationen geben und sie fachmännisch beraten“, sagt Heeger, der backt „wie jeder das auch zu Hause tut, ohne Geschmacksverstärker und andere Zusatzstoffe“.

Großer Einzugsbereich
Vor allem sonntags sind seine Kuchen sehr gefragt und die 60 Plätze im Innenraum sowie die 40 Sitzgelegenheiten auf der Terrasse oft komplett belegt. Aus den Regionen um Mainz, Worms, Ludwigshafen, Kaiserslautern und Frankenthal zieht es die Leute in den Donnersbergkreis. Viele finden in dem waldreichen Gebiet Erholung und gönnen sich im Anschluss ein Stückchen Torte. Neben der Kuppeltorte „Donnersberg“ haben die Heegers beispielsweise eine Himmelstorte mit Johannisbeeren, die Pfirsich-Melba-Torte, aber auch Rhabarber- oder Käsekuchen in ihrem Repertoire. „Wir gehen da auch ein bisschen mit der Saison. Im Herbst und Winter nehme ich zum Beispiel eine Walnusstorte mit Marzipan ins Programm“, erzählt der 64-Jährige. Als eine „Spezialität, die man sonst so nirgends findet,“ bezeichnet Heeger seine Kirschröllchen, ein Biskuitteig mit einer Sauerkirsch-Creme-Füllung. Das Rezept stammt aus seinem Ausbildungsbetrieb. Den gibt es heute nicht mehr. „Er lebt aber sozusagen in unseren Kirschröllchen weiter.“
Schon früh hat Walter Heeger seine Leidenschaft fürs Backen entdeckt. Neben seinem Elternhaus befand sich eine Bäckerei. „Dort bin ich oft gewesen.“ Und so kam es, dass er mit 14 seine Bäckerlehre begann. Das eigene Hofcafé ist eher aus Zufall entstanden. „Als wir die Konfirmation unseres Sohnes im Ort feiern wollten, haben wir eine Absage der damaligen Gaststätte bekommen. Sie konnten solch große Familienfeiern nicht mehr stemmen. Da reifte die Idee, selbst in diese Richtung zu gehen.“

Familienfeiern auch unter der Woche
Auf dem landwirtschaftlichen Betrieb von Elke Heegers Eltern, den heute Sohn Henrik, gelernter Koch und Metzgermeister, bewirtschaftet, entstand im leer stehenden Getreidespeicher das Café. Eigentlich ist es noch mehr als ein Café. Denn abends stehen Elke und Walter Heeger gemeinsam in der Küche und bereiten deftige Gerichte wie Schnitzelvarianten, hausmacher Saumagen oder das gefragte Rumpsteak zu – geschlachtet und verarbeitet von Henrik Heeger. „Es bleibt also alles in der Familie“, sagt Walter Heeger und lacht.  
Regulär stehen die Türen des Cafés freitags und samstags jeweils von 18 bis 22 Uhr sowie sonntags von 14 bis 22 Uhr offen. Familienfeiern sind auch unter der Woche möglich. Für zwei Wochen im August und zwischen den Jahren bleibt das Café in der Regel geschlossen. Denn ein bisschen Zeit für die Familie muss sein. „Daher ist es besser, uns kurz vor einem Besuch unter der Nummer 06357/7745 anzurufen.“ Wer eine Familienfeier ausrichten möchte, bespricht seine Wünsche ohnehin im Vorfeld mit den Heegers. Kann man am Telefon auch einen Kuchenwunsch äußern? „Klar, kann man das. Ob ich ihn direkt in die Tat umsetze, kann ich jedoch nicht versprechen. Aber bei unserem großen Angebot ist sicher für jeden Geschmack etwas dabei“, ist Walter Heeger überzeugt.

Hintergrundinformation:
Um von der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz als „Empfohlenes Hofcafé“ ausgezeichnet zu werden, müssen bestimmte Standards wie die Anbindung an einen aktiven landwirtschaftlichen Betrieb erfüllt sein. Zudem hat ein Mitglied des Hofes oder der Familie regelmäßig in der Hofgastronomie präsent zu sein. Die Kuchen und Torten müssen regelmäßig selbst gebacken werden, und mindestens ein herzhaftes Gericht soll auf der Speisekarte stehen. Selbstverständlich sind auch Hygienevorschriften einzuhalten. Die Landwirtschaftskammer prüft den jeweiligen Betrieb vor der Vergabe des Labels und dann alle drei Jahre aufs Neue. 

Eine Übersicht der „Empfohlenen Hofcafés“ finden Sie hier >>>

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