Bequemlichkeit, Regionalität und Nachhaltigkeit auf einen Streich

Genau ein Jahr ist es her, dass Familie Mossel ihren Hof in Mainz-Marienborn für Marktschwärmer geöffnet hat. Bei dem besonderen Konzept der Direktvermarktung kaufen die Kunden online Produkte von regionalen Anbietern und holen sie einmal wöchentlich in ihrer Region – in diesem Fall in Mainz – ab. 800 Personen sind beim bisher einzigen rheinhessischen Standort registriert.

„Es ist gut angelaufen. Unsere Intension ist es jedoch, die Marktschwärmerei noch bekannter zu machen und neue Schwärmer hinzuzugewinnen“, sagt Katja Mossel. Sie betreibt zusammen mit ihrem Mann Fritz die Amorella Kirsch-Manufaktur und kümmert sich als Gastgeberin der Schwärmerei um die Räumlichkeiten und die aktuellen Kundeninformationen im Internet. Außerdem pflegt die Familie die Facebookseite „Marktschwärmerei Mainz“, auf der zurzeit alle teilnehmenden Betriebe vorgestellt werden.
Wie genau eine Marktschwärmerei abläuft? Ganz einfach: Interessierte melden sich auf der Plattform www.marktschwaermer.de an und suchen sich seine Schwärmerei in der Nähe. Auf der Internetseite ist angegeben, welche Produkte für den nächsten Verkauf zur Verfügung stehen. Für Mainz-Marienborn können das beispielsweise Rindfleisch aus Sommerloch, Joghurt aus Seibersbach, Schokolade aus Schwabenheim, Kräuter und Obst aus Mainz oder Wein aus Stadecken-Elsheim sein. Ganz neu dabei sind ein Käsebetrieb aus Beltheim und eine Ölmanufaktur aus Wachenheim. „Es verkaufen zwar nie alle 15 Anbieter jede Woche“, informiert Katja Mossel, „aber wir haben immer eine vielfältige Auswahl.“
Nun ist es am Kunden, die Produkte online auszuwählen und direkt zu bezahlen. Bis Montag, 0 Uhr, hat er Zeit, die Bestellung aufzugeben. Immer mittwochs um 17:30 Uhr beginnt die Verteilung bei Familie Mossel. Bis 19 Uhr ist die Schwärmerei geöffnet. Mit vor Ort sind die Erzeuger, bei denen online eingekauft wurde.

Noch Potenzial vorhanden
Das Konzept kombiniert zwei aktuelle Trends: das Einkaufen per Mausklick und die große Nachfrage nach regionalen Produkten. „Der Vorteil ist, dass Kunden und Erzeuger sich persönlich kennen lernen, ins Gespräch kommen und Fragen direkt geklärt werden können. Das schätzen unsere Stammkunden sehr. Denn eine kompetente persönliche Beratung ist immer gegeben.“ Ein weiterer Punkt ist das Thema Nachhaltigkeit. Die teilnehmenden Betriebe bringen nur die Lebensmittel mit, die bereits gekauft wurden. So wird nichts weggeworfen.
Von den 800 registrierte Personen in der Schwärmerei in Mainz nach einen Jahr ist eine gute Zahl. Aber es kaufen längst nicht alle regelmäßig ein. Katja Mossel möchte die Anzahl der Besteller gern weiter steigern: „Mainz hat über 200.000 Einwohner. Da ist noch viel Potenzial!“, ist sie überzeugt. Wer kennen lernen möchte, was hinter dem Begriff „Marktschwärmer“ steckt, der kann sich ganz unverbindlich online anmelden. „Für Interessierte gibt es aber auch die Möglichkeit mittwochs mal zu einem Verkauf zu kommen“, schlägt Katja Mossel vor. Aktuell bietet sich der 16. Mai an. Dann wird das einjährige Bestehen gefeiert. Aus diesem Anlass sind alle 15 in der Marktschwärmerei registrierten Erzeuger ab 17:30 Uhr in der Amorella Kirsch-Manufaktur, Chausseehaus 1, in Mainz-Marienborn, anzutreffen. „Es wird Verkostungen geben, und wir bereiten eine Aktion speziell für Kinder vor. Außerdem erhalten unsere drei treuesten Stammkunden eine Überraschung“, sagt Katja Mossel. „Wir freuen uns auf viele Schwärmer.“

Hintergrundinformation: Die Idee der Marktschwärmerei kommt aus Frankreich. 2010 machte sich eine Gruppe junger Franzosen um Marc-David Choukroun Gedanken, wie unter Einbeziehung des Internets und sozialer Netzwerke die Idee eines Bauernmarktes modern weiterentwickelt werden könne. „La Rouche qui dit oui“, später in Deutschland in Marktschwärmereien umbenannt, war geboren und begann mit der ersten Verteilung im September 2011 in Toulouse. Innerhalb kurzer Zeit entwickelte sich die Idee rasant und das Startup-Unternehmen erhielt dafür zahlreiche Nachhaltigkeitspreise. 2013 waren es bereits 320 Standorte in Frankreich, und auch Belgien kam hinzu. Seit 2014 ist das Konzept auch in Deutschland und weiteren europäischen Ländern vertreten.

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